19. November [8]

Welttoilettentag der Vereinten Nationen. Weiter geht der wilde Ritt auf den Toilettenschüsseln dieses Erdenballs. Und weiter geht auch die Missachtung dieses höchsten Kulturgutes. Jean-Pierre Meunier hat seiner Meinung dazu Luft gemacht und schickt uns das Lichtbild einer Installation, die Bedeutung und Gewaltigkeit dieser unglaublichen Kulturleistung verdeutlichen soll. Kniet nieder! Werft euch in den Staub aus Haaren und Hautschuppen und verharrt in Ehrfurcht vor der größten aller Erfinungen: dem Wasserklosett.

Nach Jean-Pierre Meunier sollten wir uns nur aus dieser Perspektive und in Demut jedem Klosett nähern.

Die entlegenen Abenteuer des unfassbaren Bohnenlanghart – Folge 373: Der Rübenkörper Gottes

Rübenkörper Joe befriedet den jahrzehntelangen Konflikt zwischen Rettichbreitzart und Bohnenlanghart – ein Tomatenwestern

Bohnenlanghart sah sich gehetzt um. Noch immer haftete der Geruch von Verfolgern an ihm und er konnte ihn auch nicht abschütteln. Warum nur hatte er sich damals auf diese kurze Liaison mit Rettichbreitzart eingelassen? Sie würde ihn solange jagen, bis er krepiert im Staub der Landstraße lag. So war es bisher jedem ihrer Verflossenen ergangen und so würde auch er enden. Geduckt drehte Bohnenlanghart sich um, da blickte er direkt in den Lauf eines Colt-Burgess-Unterhebelrepetierers. „Jetzt hat sie mich!“, dachte er und: „Ungewöhnlich, normalerweise verwendet sie Le Mat-Hinterladerrevolver für Stiftzünderpatronen.“ Da hörte er auch schon eine tiefe, raue, aber altvertraute Stimme: „Jetzt reicht’s mir mit euch! Jeder sieht, dass ihr wie füreinander gemacht seid. Nur ihr beide bekommt das irgendwie nicht auf die Kette. Damit soll nun Schluss sein!“ Dann spürte Bohnenlanghart wie ihm Handschellen angelegt wurden. Als er aufblickte, sah er Rübenkörper Joe – auch Rübenkörper Gottes genannt – und neben ihm die hinreißende, doch tödliche Rettichbreitzart, ebenfalls in Handschellen.

20. August 2021

(am Versagen versagt) Tag vor sechs Jahren, an dem wir beschlossen in drei Jahren hinternfort von unserer Kunst gelebt zu haben. Flatu verfernmündlichte Lenz und hatte ihm den Entschluss der Nacht mitgeteilt. Da dachte Lenz natürlich, dass das genau richtig gewesen sein sollte und dass das gefälligst auch so gemacht sein wird. Flatu war mit seiner Leistung sehr zufrieden, sotz sich hin und donk erstmal scharf nach. Lenz tat es ihm gleich. Beide schwuggen eine Weile in ihrer entgrenzten Genialität. Danach waren sie selbstredend und mit Anlauf gespannt auf den Tag vor drei Jahren gewesen, an dem sie hinternfort von ihrer Kunst gelebt haben sollten.

Home of Waver Bof.

Letztlich war er nur abgetaucht und niemals ganz verschwunden. Waver Bof. lebt und ist aktiv. Seinen Unterschlupf hat er weithin sichtbar, doch für die meisten nicht wahrzunehmen, ausgewiesen. Bravo! La petite graine abricotée kann Dir nichts anhaben, tapferer Freund. Du thronst unabhängig über uns und wir tragen diese Botschaft nun in unseren Herzen. Du bist immer bei uns!

Entenentengehen

Enten mit einer gewissen Suchfunktion begehen eine feuchte Fahrradstraße. Lenz sitzt da und wackelt mit dem Kopf. Federtiere sind die Goldfüllung im Zahnschmelz des urbanen Raums, denkt er und stützt sich auf den geerbten Gehstock seines Urgroßvaters. Wie ein ausgebeulter Sack wölbt sich die Zeit um die Köpfe der Passanten. Die Enten gucken und heben wieder ab. Der Grund für die Landung bleibt im Dunkeln. Wir orientieren uns nach Westen.

Botschaften im öffentlichen Raum

Nachdem Waver Bof. einem ungewissen Schicksal entgegeneilt, müssen wir einen Schritt zurücktreten, um zu analysieren wie wir uns dem Phänomen auf einer abstrakteren Ebene nähern können. Kleine Aufmerksamkeiten versüßen den Tag, dass weiß schon jedes Kind. Insofern ist es folgerichtig, diese möglichst prominent zu platzieren. Was aber geschieht mit der Botschaft Jahre später, wenn Sender und ursprünglich adressierter Empfänger längst verzogen sind? Ist der erdachte Kurztext nachhaltig genug, um auch noch vielen folgenden Generationen hinternfort Sinn und Wohlgefallen zu schenken?

Ein anonymer Autor ringt nachhaltig um Aufmerksamkeit.