Tag der Haie

14. Juli 2024 Wir lieben Haie für ihre zugespitzte Stromlinienförmigkeit. Haie verdienen unsere Wertschätzung. Sie sind verletzliche scheue Wesen, die auch Angst haben … zum Beispiel vor Orcas.

Heute ist der National Shark Awareness Day in den USA. Wir begehen diesen Tag auch hierzulande, weil er uns wichtig ist. Und das, obwohl gestern der Tag der fröhlichen Arbeitnehmer war (Gruntled Workers Day) und morgen der Ich-mag-Pferde-Tag und der Tag der Gummiwürmer ist (National I Love Horses Day and National Gummi Worm Day). Die wären auch feiernswert, aber wir haben uns aus gutem Grund für die Haie entschieden. Denn wir lieben Haie! Lasst sie bitte in Zukunft in Ruhe.

25. Mai [10]

Welttag des Handtuchs. Zum zehnten Mal begehen wir nun diesen heiligen Tag in diesem kleinen Kreise. Zeit ist eine Unbekannte … und Zeit ist es, sich den unbekannten Seiten des uns so vertraut scheinenden Textils zu zuwenden.
Das Handtuch privat nennen wir darum diesen kleinen Ausflug zum geheimen Leben des Handtuchs. Mit wenig Temperament gesegnet, neigt es im Alltag dazu, sich still zurückzuziehen und ein gutes Selbstgespräch zu genießen.
Nichts verabscheut es mehr als den Trubel der Welt. Krieg und Despoten sind ihm verhasst. Jedoch ist nur wenigen bekannt, dass Handtücher auch niederträchtig sein können. Im richtigen Moment die wasseraufnehmende Wirkung verweigert und schon rutscht der Herrscher im eigenen Nass aus und verletzt sich am Ende noch.
Es war das Handtuch! Böse.

Zur Peosie neigen sie auch, doch ihre Werke sind oft selbstverherrlichend und darüber hinaus wenig erbaulich:

Unbeachtet hängt es,
trockene Hände schenkt es.
Fühlt sich ganz weich an,
oft flauscht es.
Nichts, was es nicht kann,
man braucht es!

Dieses Werk hat mir unlängst das Handtuch in meinem Badezimmer aufgedrängt als es von diesem Beitrag hier Wind bekam. Naja.
Halten wir fest: Es sind eigenwillige Gesellen, die gerne für sich bleiben, Ungerechtigkeiten verabscheuen und ein bisschen zu viel Nabelschau betreiben.

Als Begleiter für strapaziöse Weltraumreisen scheinen diese Eigenschaften nicht unpassend zu sein.

Mit dem Schalttag um die Welt

Hinternfort feiert heuer zum ersten Mal einen Schalttag. Grund ist diese Zwergenbank:

Wir wissen nicht warum, aber sie stand einfach da. Und wo sind die dazu passenden Zwerge?

19. November [10]

Welttoilettentag der Vereinten Nationen. Lang ist es her, dass die Zwerge edel verzierte Toiletten nutzten. Es muss zur Zeit der letzten Riesen gewesen sein. Heute begnügen sich auch diese kleinen Wesen mit herkömmlichem Porzellan. Der Grund für den Niedergang ihres Brauchtums bleibt im Nebel der vergangenen Jahrhunderte verborgen. Waren die einstmals ausgeschmückten Rückzugsorte der rektalen Erleichterung nicht wundersam von Zauberei beseelt? Spiegelte sich der Wert der Ausscheidung im Utensil wider? Andererseits, ist die Rückbesinnung auf längst vergangene Traditionen nicht ebenso gefährlich wie der unreflektierte Fortschrittsglaube? In der britischen Gegenwart verschwand unlängst eine 18-karätige Toilette aus dem Blenheim-Palast im Wert von etwa 1,1 Mio. Schweizer Franken. Vermutlich haben dieses Sitzmöbel die Zwerge schon längst eingeschmolzen und zu Blattgold verarbeitet. Es ist wohl für die Wiederbelebung einer längst vergessen geglaubten Tradition.

Der Stuhl für den Zwerg.

Die Welt ist Hase

China manifestiert sich kontinuierlich in der Welt. Deswegen ist es gut zu wissen, dass wir seit Sonntag, dem 22. Januar 2023, im Jahr des Hasen (genauer gesagt: des Wasserkaninchens) angekommen sind. Wir werden es am 9. Februar 2024 wieder verlassen, aber bis dahin sind wir drin.

Was erwartet uns?

Das Geschäftshoroskop sieht erstmal keine globalen Veränderungen vor. Der Wunsch der Hasenratte, sich der Arbeitswelt zu entziehen, wird jedoch zu einem Rückgang der Einkommenssituation führen. Nagetiere neigen nicht zur direkten Konfrontation und möchten gerne Dinge hinter dem Rücken von Kollegen diskutieren. Das Wasserattenhoroskop im Jahr des Tigers weiß: einige Tierkreisvertreter werden entscheiden, dass die finanzielle Entwarnung für die Entschädigung nicht ausreicht. Sie werden beiläufig ein Kündigungsschreiben bei ihrem Chef auf den Tisch knallen wollen. Darum empfiehlt das Horoskop, zuerst einen neuen Job zu finden. Das erspart ihnen eine Zeit des Geldmangels und wenn sie einen entscheidenden Sprung machen müssen. Ein Kollege wird sie bitten, ein Abendkleid zu nähen.

Spielt der Tiger wie eine Katze und eine Maus, erinnert das Horoskop: nicht in Silber, sondern in gut. Darüber hinaus müssen Raubtiere in dieser Welt nicht ohne Schlaf und Ruhe arbeiten. Alle unter diesem Zeichen des Wasserkaninchens Geborenen werden Befriedigung finden, wenn sie sich weiterhin unerbittlich der Verbesserung und dem Streben der Menschheit widmen.

19. November [9]

Welttoilettentag der Vereinten Nationen. Die moderne Baderzeugung findet in atemberaubendem Tempo und mit ausgefeilten Hilfsmitteln statt. Während in früheren Jahrhunderten die Fliesen zum Teil noch mit reiner Spucke an die Wand geklebt wurden, ist eine Nasszelle von heute in einem Dutzend Arbeitstagen fertiggestellt und dann mindestens für die folgenden 25 Jahre gebrauchsfähig. Ein regelrechtes Wunder, dass Generationen vor uns in Verzückung gestürzt hätte. Umso bedauerlicher ist die Untertoilettisierung, die in Teilen unserer Welt bis heute vorherrscht. Dabei wären kleine, feine Nasszellen auch mit einem schmalen Geldbeutel zu realisieren. Hilfsprogramme der reichen Nationen, sollten sich darauf konzentrieren allen Menschen Sanitäranlagen zu verschaffen, der weltweite wirtschaftliche Aufschwung wäre hinternfort garantiert!

Moderne Baderzeugung

Zwei von 8 Milliarden

Die Vereinten Nationen teilen Flatu und Lenz mit, dass sie ab heute zwei von 8 Milliarden auf der Erde sind. Mit stolz geschwellter Brust klopfen sie sich gegenseitig auf die Schultern und versichern sich bestimmt, dass sie jeweils ein Viermilliardstel der Menschheit repräsentieren. Das finden sie ganz schön ordentlich und zugegebenermaßen auch sehr wenig. Da müsste man mal darüber nachdenken, wie wenig Menschheit man eigentlich ist. Trotzdem sollte jeder einzelne Teil dieser riesigen Menge mit dem ganzen Rest doch was Vernünftiges anfangen können? Mit so viel Menschheit … denken sich Flatu und Lenz und nehmen jeder eine Tasse Tee für sich. Schließlich ist es nicht schlecht sich erst einmal hinzusetzen und sich in Ruhe zu vergegenwärtigen, dass niemand auch nur im geringsten erfassen kann, was 8 Milliarden Gesamtmenge eigentlich bedeutet. Das ist einfach unvorstellbar viel, denken sich Flatu und Lenz. Einfach unvorstellbar viel. Sei es nun Menschheit oder sonst irgendetwas.

25. Mai [8]

Welttag des Handtuchs. Wie bereits berichtet, wurde das Handtuch bereits vor mehreren Tausend Jahren seinem bis heute unveränderten Zwecke zugeführt. Weniger bekannt ist, dass bereits im Alten Ägypten diesem Textil eine tragende kulturelle Funktion zukam. Wir wissen dies, weil der Privatmann und Erfinder Carelman Benteli es erst kürzlich herausgefunden hat. Er benutzte dazu eine für polyiterative Rekursionen invers konstruierten Ägyptologenschreibmaschine und machte mit ihrer Hilfe bisher undeutbare Hieroglyphen in jahrelanger Handarbeit lesbar. Dies geschah in völliger Abgeschiedenheit in einem kleinen Hotel am Rande von Paderborn. Carelman Benteli griff bei seiner Übersetzungsarbeit lediglich auf die Hilfe zweier Speiseriesen zurück, die ihn täglich bewirteten. Durch seine bahnbrechende und äußerst zeitaufwendige Forschung ist nun bekannt, dass die Pyramiden zwar kultischen Zwecken dienten, diese sich aber vor allem um die Trocknung heiliger Handtücher (so genannter Sid-el-Tuh-e) an deren Außenflanken rankten. Offenbar war die ägyptische Kultur vollkommen darauf ausgelegt Edeltücher aus feinstem und reich verziertem Gewebe zu produzieren, die zum Abtrocknen heiliger Baderiesen (so genannter Sid-um-Ra-Goz) verwendet wurden und die dann, dem heiligen Sonnengott Ra zu Ehren, auf den Außenseiten der Pyramiden getrocknet wurden (offenbar sollte das geweihte Wasser der Baderiesen zu der Gottheit aufsteigen). Sodann wurden die Tücher rituell verbrannt, um sie auf diese Weise ebenfalls Ra zuzuführen. Dieser Umstand – und das Aussterben der Baderiesen – führte dazu, dass so wenige Belege dieser absolut zentralen kultischen Aspekte der altägyptischen Kultur erhalten geblieben sind. Nun kennen wir aber diese Zusammenhänge dank der fantastischen Arbeit von Carelmann Benteli und seiner Ägyptologenschreibmaschine.

Aus: Katalog erstaunlicher Dingelinge von Carelman Benteli.

Ist das Phänomen der Urban Towel Art etwa ein zartes rituelles Nachwehen der einst so mächtigen kutlischen Handlungen aus dem Vorderen Orient?