25. Mai [10]

Welttag des Handtuchs. Zum zehnten Mal begehen wir nun diesen heiligen Tag in diesem kleinen Kreise. Zeit ist eine Unbekannte … und Zeit ist es, sich den unbekannten Seiten des uns so vertraut scheinenden Textils zu zuwenden.
Das Handtuch privat nennen wir darum diesen kleinen Ausflug zum geheimen Leben des Handtuchs. Mit wenig Temperament gesegnet, neigt es im Alltag dazu, sich still zurückzuziehen und ein gutes Selbstgespräch zu genießen.
Nichts verabscheut es mehr als den Trubel der Welt. Krieg und Despoten sind ihm verhasst. Jedoch ist nur wenigen bekannt, dass Handtücher auch niederträchtig sein können. Im richtigen Moment die wasseraufnehmende Wirkung verweigert und schon rutscht der Herrscher im eigenen Nass aus und verletzt sich am Ende noch.
Es war das Handtuch! Böse.

Zur Peosie neigen sie auch, doch ihre Werke sind oft selbstverherrlichend und darüber hinaus wenig erbaulich:

Unbeachtet hängt es,
trockene Hände schenkt es.
Fühlt sich ganz weich an,
oft flauscht es.
Nichts, was es nicht kann,
man braucht es!

Dieses Werk hat mir unlängst das Handtuch in meinem Badezimmer aufgedrängt als es von diesem Beitrag hier Wind bekam. Naja.
Halten wir fest: Es sind eigenwillige Gesellen, die gerne für sich bleiben, Ungerechtigkeiten verabscheuen und ein bisschen zu viel Nabelschau betreiben.

Als Begleiter für strapaziöse Weltraumreisen scheinen diese Eigenschaften nicht unpassend zu sein.

Einhorn muss hören

Hörer muss man wiederfinden, sonst ist man hörerlos. Das schreiben wir uns für’s neue Jahr mal hinter die Ohren. Hörer wiederfinden! Sehr wichtig!

Quergeschraubt – das Einhorn hat seine Hörer verloren.

Zufrieden in der Südwand

Nach der Erstbesteigung von St. Dorde erkunden einige Pilzlinge mittlerweile dieses Terrain.

Wenn sich zwei halbe Seitlinge gegenseitig etwas vorsingen

Zu lange hat man aus dem fernen Frankreich nichts mehr gehört. Doch jetzt ist Jean-Paul Meunier mit einer spektakulären Kunstinstallation zurück. Er nennt sein Werk: Wenn sich zwei halbe Seitlinge gegenseitig Gute Nacht sagen.* Und er bezieht sich dabei explizit auf den Zustand der Welt. Selten konnte Hinternfort ein so ganzheitliches Werk dieses Ausnahmekünstlers präsentieren.

Der Urheber Jean-Pierre Meunier nennt diese bedeutungsgeladene Installation: Wenn sich zwei halbe Seitlinge griesgrämig unterhalten

*bei den verwfremdeten Pilzart handelt es sich um den Braunen Kräuter-Seitling (Pleurotus eryngii) aus der Familie der Seitlingsverwandten.

Torfbrot und Rehbrett erkennen an – Das Universum

Torben und René haben sich in die unendlichen Weiten des Podiversums vorgewagt und Gold gefunden. Ruth Grützbauch und Florian Freistetter plaudern von Österreich aus über Astronomie. Das gefällt. In Folge DU046 wird über FCKW geredet, das außerirdische Ozonlöcher in die Atmosphäre anderer Planeten fräst. FCKW kann nur vorkommen, wenn intelligentes Leben wirkt, denn spontan entsteht diese Verbindungen nach heutigem Wissen nicht im Universum. Je höher die Konzentration in der Atmosphäre, desto leichter wäre der Nachweis. Leider ist eine hohe Konzentration auch schlecht für die entsprechende intelligente Lebensform. So sind Grützbauch und Freistetter kurz ratlos und es entspannt sich folgender Dialog:

Freistetter: Oder es ist halt eine Zivilisation, die noch größere Trotteln sind als wir.
Grützbauch: Man hält es kaum für möglich, aber ja: es ist in der Tat eine Option. Ja.
Freistetter: Wir sind ja von der Science fiction drauf gedrillt die Aliens immer so als Überwesen zu sehen, die alle viel schlauer und besser sind als wir, aber das können ja genauso Trotteln sein. Ja, also vielleicht sind wir … vielleicht sind wir die Gscheitesten im Unviersum.
Grützbauch: Ah geh! Sag sowas nicht (Gelächter). Welch tragischer Gedanke.
Freistetter: Kammas ausschließen?
Grützbauch: Naa, natürlich nicht, aber will mas glauben?

25. Mai [7]

Welttag des Handtuchs. Das Handtuch wurde im Original vor über drei Jahrtausenden zum ersten Mal vorgestellt, erlangte seine ganzheitliche Bedeutung aber erst 1978 in einer weitgehend unbekannten Radiosendung. Mit diesem epochemachenden Ereignis fand ein menschheitsgeschichtlicher Transformationsprozess statt, dessen Bedeutung noch nicht vollständig ausgelotet ist. Als gesichert gilt jedoch, dass dieser Prozess bis heute anhält. Jüngste Forschungen enthüllen, dass sich das auch auf mikroskopischer Ebene niederschlägt. Zart fransige Schlaufen winden sich entlang fein gewobener Borte. Das Frottee, ursprünglich im Nachbarsternensystem Proxima Centauri b entwickelt, wurde 1850 im nahen Orient entdeckt. Der britische Bankier und Handelsreisende Henry Christy fand einen großen Kasten inmitten einer kargen, unbesiedelten Landschaft. Vermutlich handelte es sich um den Teil einer Lieferung, die für einen andere Planeten bestimmt, aber „vom Laster gefallen“ war. So gelangte diese überirdische Handwerkskunst, deren Herz ein komplexer Herstellungsprozess mit mehreren Kettenfadensystemen ist, zu uns auf die Erde. Seitdem trägt die Menschheit stets Frotteehandtücher bei sich, denn ein Handtuch, sagt man, ist so ziemlich das Nützlichste, das ein Anhalter auf Weltraumreisen bei sich haben kann. Und sind wir nicht alle Weltraumreisende in unserem Raumschiff namens Sonnensystem?

Frottee in Blau. Aktuelle Makrofotografie (2021) eines Exponats aus der Sammlung Henry Christy, in der die ersten (außer)irdischen Frottees bis heute erhalten geblieben sind.