Schlagwort-Archive: Zukunft

Wenn der Nachbar sein gesamtes Staatsgebiet abriegelt

Hinternfort erklärt sich selbst zum Hilfsanker in Zeiten erblühender Sperrzonen. Sollten wir in naher Zukunft ebenfalls in unseren Behausungen auf uns selbst zurückgeworfen sein, öffnet sich das weite Internet für vielfältige Betrachtungen und fruchtbarster intellektueller Austausch wird rasch um sich greifen. Eine Tsunami gegenseitige Wertschätzung wird digital durch die globalen Wohnzimmer schwappen und Hass und Häme fortspülen. Die durch Quarantäne entkörperlichte Gemeinschaft wird sich als eins begreifen lernen. Freut Euch auf den Sommer, wenn wir allesamt wieder über saftig bunte Blumenwiesen tanzen können.

Nationaler palindromischer Kalendertag (NPK)

Dieses Wochenende ist es soweit, in Deutschland darf gefeiert werden. Es ist der Nationale Palindromische Kalendertag, der uns am Sonntag – so wir denn wollen – in einen wilden Freudentaumel stürzen kann. Was ist so besonderes an diesem Tag, wird sich der kundige Hinternfortler fragen. Es ist der 2. Februar 2020 bzw. der 02.02.2020. Nun lese man dieses Datum rückwärts: 0202.20.20. Sapperlot! Forwärts und rückwärts gleich! Das darf man gerne feiern (aber nur in Deutschland).

Hiermit verkündet Hinternfort, dass palindromische Kalendertage (PK) zu nationalen Feiertagen erklärt werden. Der PK steht in seiner formvollendeten Symmetrie für die Ordnungsliebe, die der Seele des Deutschen stets innewohnt und sie zärtlich in all ihren Spielarten durchwirkt und für die das deutsche Volk weltweit geachtet und geschätzt wird. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn der PK zum nationalen Feiertag erhoben wird und zwar zum außerordentlichen und mit allem Tamtam.

Übrigens! Dank wochenlanger Recherche und eines kleinen R-Programms (weiter unten), hat Hinternfort herausgefunden, dass der letzte Nationale Palindromische Kalendertag bereits einige Jahre zurückliegt. Es war der 21.02.2012. Den nächsten PK können wir dann schon für den 12.02.2021 ankündigen, gefolgt vom 22.02.2022. Danach ist allerdings bis zum 03.02.2030 erstmal wieder Ruhe im Karton. Leider, leider …

19. November [6]

Welttoilettentag der Vereinten Nationen. Trotz unser zur Nebensächlichkeit verkommenen Beziehung zum feinsten Gut der Hyperpostmoderne, ist es unsere oberste Pflicht heute wieder innezuhalten und uns zu fragen wie eine Welt ohne ein solches Kämmerlein zur Verrichtung der Notdurft und zur Hingabe an die selbsversunkene Körperhygiene aussieht. Menschen, denen es an eben jenem Kämmerlein mangelt, geben stets diesen Missstand als das am dringlichsten zu behebende Problem an. Ficht uns das an? Nicht? Das sollte es! Und so versuchen wir uns an diesem unaufgeregten Tag im November der wundersamen Meisterleistung bewusst zu werden, die uns dieses Leben in all ihren Annehmlichkeiten jeden Tag auf so abnorme Art und Weise erleichtern hilft. Und wir versuchen uns diesem grenzenlosen Staunen über die Schönheit der Welt in der Zahnpastablase zu nähern. Denn gerade dort würden wir ebenso wenig etwas Besonderes vermuten, wo es doch just da vor unser aller Augen liegt und in seiner zarten Vergänglichkeit dem Alltagsleben so viel Beständigkeit verleiht. Das stille Örtchen ist der Fuß, auf dem die globale Zivilisation weit ausgreifend durch die Raumzeit schreitet.

Die Schönheit der Welt in der Zahnpastablase.

Torfbrot und Rehbrett erkennen an – Dienstweg

Für den eingefleischten Fan ist es kaum zu fassen: Torfbrot und Rehbrett haben ein neues Album veröffentlicht! Und was für eins! Es kommt mit dem schlichten Titel Dienstweg – Betreten verboten daher, wird die Entwicklung der internationalen Klanggeschichte aber vermutlich die kommenden Jahrzehnte prägen wie kein anderes Werk im Nachkriegsdeutschland. Torfbrot und Rehbrett haben sich selbst getroffen, um darüber zu berichten und sind immer noch sichtlich überwältigt. „Das war ja schon während der Aufnahmen ein unbeschreibliches Gefühl, aber jetzt … man kann es kaum in Worte fassen!“, so Torben Brot in einer kritischen Selbstbefragung. Auch René Brett gibt sich bescheiden: „Wie man sich mit seiner eigenen Kreation derart beeindrucken kann, ist mir immer noch ein Rätsel.“

Sie haben es also getan. Und es ist genau das richtige für diesen Herbst. Und für den kommenden. Und weit darüber hinaus!

Die Welt im Schwein

Das Vietnamesische Hängebauchschwein. Sicherlich eines der besten Schweine der Welt! Es wird den Minischweinen zugerechnet.

Es geht immer chinesischer zu auf der Welt. Daran besteht kein Zweifel. Darum ist es gut zu wissen, dass zwischem dem 5. Februar 2019 und dem 24. Januar 2020 geborene Kinder Mitglieder des Erde-Schwein Sternzeichens sind. Diese zukünftigen Verantwortungsträger sind aufrichtig, friedliebend, geradlinig, vertrauensvoll und ehrlich. Auch werden sie gut mit Geld umgehen können. Schließlich eint sie alle ein tiefes Verlangen nach Wissen und sie sind allgemein gut informiert. Schweine sind Finisher, die einem Projekt den letzten Schliff geben können. Mit allen Hufen fest auf dem Boden leidet das Erdschwein nur selten an unrealistischen Erfahrungen, allerdings nur je wahrscheinlicher die Realität ist. In diesem Sinne kann es das fleißigste Mitglied unter den Schweintypen werden. Zwar ist es nicht übermäßig sozial, aber es eignet sich gut als Arzt, Banker, Wissenschaftler oder Entertainer.

Genau heute vor 40 Jahren war verblüffenderweise das Jahr der Erde-Ziege (vom 28. Januar 1979 bis zum 15. Februar 1980). Die damals Geborenen sind mittlerweile geerdet und stabil (mit einem Hang zur Häuslichkeit), denn sie haben eine gesunde Arbeitsethik und können andere Ziegenmitglieder gut erreichen und integrieren. Das fällt ihnen auch aufgrund ihrer hohen Kreativität und Attraktivität äußerst leicht. Von Erdziegen geht eine besonderer Reiz aus und mit ihnen wird es nie langweilig. Auch lieben sie es, von Komfort und ästhetischer Schönheit umgeben zu sein. Menschen, die unter diesem System geboren sind, können niemals gespeichert werden. Im digitalen Zeitalter eine herausragende Eigenschaft.

Roh im Kopf (Brute dans la tête)

Jean-Pierre Meunier schickt einen postalischen Gruß aus dem fernen Frankreich. Dieses Selbstportrait entstand während der Hitzewelle im Juli 2019. Auf der Rückseite ist zu lesen:

Chers amis de Fessierabsent,
Il fait très chaud ici et je me cache dans chaque ombre qu’on peut trouver. Les autres deviennent de plus en plus bizarres. Je ne sais pas si c’est moi ou eux. Les pensées s’évanouissent. Tout est chaleur. Le vin rouge à minuit est le dernier refuge contre la folie spatiale. Survivrons-nous à ce voyage climatique (par „nous“ on entend l’humanité*) ?
Dans un penchant profond pour le dessin,
Votre Jean-Pierre
*Je ne sais même pas si vous êtes encore capable de me comprendre, c’est pourquoi l’explication

Übertragung aus dem Französischen:

Liebe Freunde der Gesäßabwesenheit,
Es ist sehr heiß hier und ich suche Zuflucht in jedem Schatten, den wir finden können. Die anderen werden immer seltsamer und seltsamer. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt oder an ihnen. Die Gedanken zerfließen. Alles ist Wärme. Rotwein um Mitternacht ist die letzte Zuflucht gegen den Weltraumwahn. Werden wir diese Klimareise überleben (mit „wir“ meinen wir die Menschheit*)?
In einer tiefen Vorliebe für das Zeichnen,
Ihr Jean-Pierre
*Ich weiß nicht einmal, ob Sie mich noch verstehen, deshalb die Erklärung.