Schlagwort-Archive: Raumgut

De nouveau bâtiment – pièce F

pièce F
Der Mond ist das größte unbewohnte Bauwerk der Erde. Und doch wirkt er manchmal so klein. Man möchte ihn vom Himmel pflücken und sanft in den Armen wiegen. Natürlich wissen wir um das Hirngespinst in diesem Gedankenschpiel. Dank der modernen Raumfahrt sind wir alle geerdet. Aber reingehen möcht man dann schon. In den Mond. Ab und an. Schuhuuuu! Schuhuuuu!

Aufräumen – aufgeräumt

Dieser heute ausgestrahlte Beitrag über das Werk des größten Aufräumers vor dem Herrn lässt mich in tiefer Andacht über die Windungen des Räumens kontemplieren.

BorkeDddddddiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeessssssssssrrrrrrrrrrrrrrRhhHhhuuuuuuttttttttta
aaaAAagggglllBbbüüWWkkößnnnnnnnnnnffääämmmmmvooccp.

De nouveau bâtiment – pièce M

GlashausbüroWer sein Hirn nicht anständig mobliert, beleidigt jeden Gast. Wir alle kennen diese Binsenweisheit. Doch die tiefe Wahrheit dahinter wird uns erst dann vollends bewusst, wenn wir vor einem meisterlich moblierten Beispiel der Einrichtungskunst stehen. Dann müssen wir neidlos die geschmackvolle Raumdekorierung anerkennen und es uns achselzuckend auf dem roten Sofa mit der schmalen Gelbstreifung bequem machen. Hinternfort werden wir nun erwartungsfroh an unserem grünen Frotteehandtuch zuppeln.

Die Tage des andern Chief – III

Donnerstag 07.01.2016, 10:03 Uhr (Eine Falle für den Chief)

Der Chief saugt auf diese eintönig und grausam graue Art und Weise im Wohnzimmer herum. Es ist nur noch Routine, die Beziehung über die letzten Monate erkaltet. Selten schaue ich ihm bei der Arbeit zu. Meistens geschieht sein säuberliches Werk hinter verschlossenen Türen. So auch heute. Ach, da jault er! Hat er sich wieder verklemmt? Ich ziehe ihn missmutig hervor, doch er bekommt nicht einmal einen tadelnden Blick. Die Routine ist vollkommen und fehlerlos. Wie konnte es soweit kommen?

DerStaubDesChief

De nouveau bâtiment – pièce N

NolkSchrank
Die Möbel zu tarnen, macht sie zum respektablen Bestandteil der eigenen vier Wände. Hintern Farbschichten fortsteckt, sind diese dergestalt camouflierten Persönlichkeiten nützlich, um den ungebetensten Gast Mores zu lehren. Ob Fußdelle oder Hinternhauptsschramme, die fortsteckten Helferlein wissen angemessen zu richten.

Zimmerillustration von NolkTase

De nouveau bâtiment – pièce K

pièce K
Das Kaugummi als wandelbare Kleinskulptur ist Quell steter Freude. Vortwährende Transformationsprozesse machen den Kauenden zum kunstschaffenden Dilettanten – zum Chewo- oder Gumograph. Ist das Wohlgeformte hinternfort vom Künstler befreit, finden nicht selten weitere und durchaus gewinnbringende Modifikationen statt. Schuhe und Reifen setzen sich wie von selbst ins Werk. Von den meisten Menschen unbemerkt, werden die Straßen unserer Städte so zu einer megalopolen Staffelei. In äußerst seltenen Fällen sind sich die Bewohner eines Ortes dieses wundersamen Prozesses bewusst. Ist es nicht also an der Zeit, diese kulturelle Leistung in all ihren Facetten entsprechenden zu würdigen?
pièce Kb

Strandgut

Eines dunstgeschwängerten Morgens verlässt ein außerordentlich kleiner Mann sein Anwesen. Er besteigt einen Ferrari 308 GTS.* Er startet den Motor und wird augenblicklich umhüllt vom satten Klang des 8-Zylinders. Die serpentinenreiche Küstenstraße tut ihr Übriges. Er kommt nicht weit, segelt ein kurzes Stück im Seewind dahin und verschwindet dann, samt Vehikel, in den zerwühlten Tiefen.

Es ist 1989. Ein ereignisreiches Jahr. Doch wir wollen uns nicht im historischen Kleinklein verheddern.
StrandferrariSand
Zweieinhalb Jahrzehnte später.

Ein wesentlich größerer Mann schlendert einen Strandabschnitt entlang. Seine Arme hinter dem Rücken verschränkt, seinen Blick suchend auf den Sandstrand gerichtet. Plötzlich verharrt er, scharrt mit der Fußspitze im salznassen Schüttgut und bückt sich. Seine Hände legen einen kleinen Gegenstand frei. Er erhebt sich, lächelt. Behutsam gibt er das Gefundene in ein grünes Eimerchen und wandert weiter.

Was es wohl ist? Was er da wohl dem Spiel der Gezeiten entrissen hat?

* Eigentlich hätte er lieber diesen wirklich einmaligen 512 S Modulo, aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Immerhin kommt sein 308 GTS im typischem Rosso Corsa daher.

De nouveau bâtiment – pièce E

pièce E

Mauern machen frei. Richtig positioniert verengen sie den Horizont im notwendigen Maße, um uns dann den Blick aufs Wesentliche zu ermöglichen. Grenzenlose Freiheit gibt es vor allem auf kleinen Mäuerchen am Meer. Die ursprünglichen Bewohner sind längst verschwunden. Das alte Gestein stemmt sich zäh gegen die nagende Kraft der Gezeiten. Dort sitzen wir, einsam und frei.