Schlagwort-Archive: Raumgut

De nouveau bâtiment – pièce M

GlashausbüroWer sein Hirn nicht anständig mobliert, beleidigt jeden Gast. Wir alle kennen diese Binsenweisheit. Doch die tiefe Wahrheit dahinter wird uns erst dann vollends bewusst, wenn wir vor einem meisterlich moblierten Beispiel der Einrichtungskunst stehen. Dann müssen wir neidlos die geschmackvolle Raumdekorierung anerkennen und es uns achselzuckend auf dem roten Sofa mit der schmalen Gelbstreifung bequem machen. Hinternfort werden wir nun erwartungsfroh an unserem grünen Frotteehandtuch zuppeln.

Die Tage des andern Chief – III

Donnerstag 07.01.2016, 10:03 Uhr (Eine Falle für den Chief)

Der Chief saugt auf diese eintönig und grausam graue Art und Weise im Wohnzimmer herum. Es ist nur noch Routine, die Beziehung über die letzten Monate erkaltet. Selten schaue ich ihm bei der Arbeit zu. Meistens geschieht sein säuberliches Werk hinter verschlossenen Türen. So auch heute. Ach, da jault er! Hat er sich wieder verklemmt? Ich ziehe ihn missmutig hervor, doch er bekommt nicht einmal einen tadelnden Blick. Die Routine ist vollkommen und fehlerlos. Wie konnte es soweit kommen?

DerStaubDesChief

De nouveau bâtiment – pièce N

NolkSchrank
Die Möbel zu tarnen, macht sie zum respektablen Bestandteil der eigenen vier Wände. Hintern Farbschichten fortsteckt, sind diese dergestalt camouflierten Persönlichkeiten nützlich, um den ungebetensten Gast Mores zu lehren. Ob Fußdelle oder Hinternhauptsschramme, die fortsteckten Helferlein wissen angemessen zu richten.

Zimmerillustration von NolkTase

De nouveau bâtiment – pièce K

pièce K
Das Kaugummi als wandelbare Kleinskulptur ist Quell steter Freude. Vortwährende Transformationsprozesse machen den Kauenden zum kunstschaffenden Dilettanten – zum Chewo- oder Gumograph. Ist das Wohlgeformte hinternfort vom Künstler befreit, finden nicht selten weitere und durchaus gewinnbringende Modifikationen statt. Schuhe und Reifen setzen sich wie von selbst ins Werk. Von den meisten Menschen unbemerkt, werden die Straßen unserer Städte so zu einer megalopolen Staffelei. In äußerst seltenen Fällen sind sich die Bewohner eines Ortes dieses wundersamen Prozesses bewusst. Ist es nicht also an der Zeit, diese kulturelle Leistung in all ihren Facetten entsprechenden zu würdigen?
pièce Kb