Archiv der Kategorie: Tief im schweizerischen Ungarn

Schwierige Zeiten hat diese Region durchstehen müssen.

Aus den unbekannten Tiefen dieser Welt

Die wuchtige Eichhornfeste Wehrnusshausen, in der Paul Alfred Müller vermutlich bis heute festgehalten wird
Zum neuen Jahr erreicht uns das Foto eines kleinen zoologischen Leckerbissens von Paul Alfred Müller aus Rinteln. Es ist ihm in einer waghalsigen Nacht- und Nebelaktion gelungen zur legendären Eichhornfeste Wehrnusshausen vorzudringen, deren Existenz bisher reine Spekulations seitens einiger Privatgelehrter war. Dort kam es zu der sensationellen Aufnahme, kurz bevor unser geliebter Naturfotograf von den Betreibern der Anlage festgesetzt wurde. Seinem introvertierten, nagerähnlichen Praktikanten gelang mit dem fotografischen Nachweis im letzten Moment und schwer verletzt die Flucht. Von unserem einzigartigen Helden Paul Alfred Müller fehlt seitdem jegliche Spur. Hoffen wir, dass die Kultur der Hauseigentümer wirklich so hoch entwickelt ist wie er bis zuletzt behauptete.

De nouveau bâtiment – pièce Y


Installatorischer Wagemut in Burgunderrot, wird der belohnt? Wir von hinternfort sind jedenfalls ganz hinternfort.

De nouveau bâtiment – pièce U


Die doppelte Haushälfte. Der Klassiker in Deutschlands Speckgürteln. Klare Strukturen sorgen für verständliche Einfachheit, wohlgeordnete Kanten versprühen bestechend zeitlose Eleganz. Viele Menschen entscheiden sich ganz bewusst für diese außerordentliche Standardleistung. Beschert sie dem Bewohner einerseits eingehegte Behaglichkeit, andererseits aber auch ein vergnügliches Eingebundensein in die Gemeinschaft.

De nouveau bâtiment – pièce P

pièce P
„Komm, kleiner Steigermann! Eile flugs die Fassade hinauf und ergötze dich an buntgefliestem Untergrund. Es wird dein Schaden nicht sein.“ So dichtete einst der längst vergessene, ungarschweizerische Dichterfürst Pädu Grverschtsch und was soll man sagen? Er hat vollkommen recht behalten. Schließlich fügte er noch mit einem zwinkernden Augenschmunzeln hinzu: „Immer Obacht bei der Fliesenglätte!“

De nouveau bâtiment – pièce J

piéce JEin gut gemachtes Gebäude weist uns immer auch den Weg. Steht es da, kommen wir – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht an ihm vorbei. Wir müssen uns nach ihm richten, ja sind ihm im Grunde völlig ausgeliefert. Insofern beschneidet es unsere Freiheit und lässt uns in vielfältigen Zwängen zurück. Böses Haus!

De nouveau bâtiment – pièce B

pièce B
Etwaige Invasoren werden es hier schwer haben. Erst die doppelte Entnützelung kann uns die fortschreitende Funktionalisierung unserer Umgebung vor Augen führen. Eine überwucherte Brücke vor einem verwaisten Eingangsportal. Kann es Nützlicheres im Unnützen geben? Oder zusammengefasst: Verunnützelte Brücke entnützelt nutzlose Tür. Nichtsdestotrotz, Minus minus Minus ergibt bekanntlich Minus!

De nouveau bâtiment – pièce L

pièce L
Auf der Treppe entscheidet sich unsere Existenz. Als Verbindungsraum von Außenwelt und Innenausstattung, aber auch zwischen den Räumen, ist diese aufregende Form der künstlichen Kantigkeit zumeist in schlichtem Stahlbeton zu besichtigen. Ob linoleumglänzend oder fliesensatt, Treppen sind wahre Meister der Höhendifferenz. Wir besteigen sie, gleiten auf ihren Geländern dahin und träumen nachts von einem besseren Treppenhaus. – Wendeltrepp, ick hör dir trapsen.

De nouveau bâtiment – pièce A

pièce A
Schließlich bleiben Bröckchen und Krümelchen. Muss man mal aufräumen …