Archiv der Kategorie: Hinternfort Feiertag

Tage, an denen wir uns freuen.

25. Mai [6]

Welttag des Handtuchs. Das Handtuch, um sich den Körper zu bedecken, ist seit Urzeiten ein geläufiger Ansatz. Zum heutigen Welthandtuchtag sollen hier einige einfache Grundregeln vorgestellt werden, die das Tragen dieses weitgereisten Textils für Frau, Mann und Kind zu einer behaglichen Erfahrung werden lassen:

(1) Schwinge das Handtuch stets weit ausholend mit der goldenen Abstandsregel (1,5 m zu anderen Personen). Damit erreichst du maximale Flauschgeschwindigkeit beim so genannten perky swing-by.
(2) Der Körper sollte gründlich mindestens 30 Sekunden lang und mit viel Seife gewaschen worden sein, bevor (1) in Kraft treten kann, es sei denn
(3) [a] man muss niesen, [b] es ist Vermummung geboten, [c] weder (2) noch (3)
(4) Die Toiletten dürfen nur einzeln betreten werden.
(5) Trage stets ein Handtuch bei dir, denn ein Handtuch, sagt man, ist so ziemlich das Nützlichste, das ein Anhalter auf Weltraumreisen bei sich haben kann.

Nationaler palindromischer Kalendertag (NPK)

Dieses Wochenende ist es soweit, in Deutschland darf gefeiert werden. Es ist der Nationale Palindromische Kalendertag, der uns am Sonntag – so wir denn wollen – in einen wilden Freudentaumel stürzen kann. Was ist so besonderes an diesem Tag, wird sich der kundige Hinternfortler fragen. Es ist der 2. Februar 2020 bzw. der 02.02.2020. Nun lese man dieses Datum rückwärts: 0202.20.20. Sapperlot! Forwärts und rückwärts gleich! Das darf man gerne feiern (aber nur in Deutschland).

Hiermit verkündet Hinternfort, dass palindromische Kalendertage (PK) zu nationalen Feiertagen erklärt werden. Der PK steht in seiner formvollendeten Symmetrie für die Ordnungsliebe, die der Seele des Deutschen stets innewohnt und sie zärtlich in all ihren Spielarten durchwirkt und für die das deutsche Volk weltweit geachtet und geschätzt wird. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn der PK zum nationalen Feiertag erhoben wird und zwar zum außerordentlichen und mit allem Tamtam.

Übrigens! Dank wochenlanger Recherche und eines kleinen R-Programms (weiter unten), hat Hinternfort herausgefunden, dass der letzte Nationale Palindromische Kalendertag bereits einige Jahre zurückliegt. Es war der 21.02.2012. Den nächsten PK können wir dann schon für den 12.02.2021 ankündigen, gefolgt vom 22.02.2022. Danach ist allerdings bis zum 03.02.2030 erstmal wieder Ruhe im Karton. Leider, leider …

19. November [6]

Welttoilettentag der Vereinten Nationen. Trotz unser zur Nebensächlichkeit verkommenen Beziehung zum feinsten Gut der Hyperpostmoderne, ist es unsere oberste Pflicht heute wieder innezuhalten und uns zu fragen wie eine Welt ohne ein solches Kämmerlein zur Verrichtung der Notdurft und zur Hingabe an die selbsversunkene Körperhygiene aussieht. Menschen, denen es an eben jenem Kämmerlein mangelt, geben stets diesen Missstand als das am dringlichsten zu behebende Problem an. Ficht uns das an? Nicht? Das sollte es! Und so versuchen wir uns an diesem unaufgeregten Tag im November der wundersamen Meisterleistung bewusst zu werden, die uns dieses Leben in all ihren Annehmlichkeiten jeden Tag auf so abnorme Art und Weise erleichtern hilft. Und wir versuchen uns diesem grenzenlosen Staunen über die Schönheit der Welt in der Zahnpastablase zu nähern. Denn gerade dort würden wir ebenso wenig etwas Besonderes vermuten, wo es doch just da vor unser aller Augen liegt und in seiner zarten Vergänglichkeit dem Alltagsleben so viel Beständigkeit verleiht. Das stille Örtchen ist der Fuß, auf dem die globale Zivilisation weit ausgreifend durch die Raumzeit schreitet.

Die Schönheit der Welt in der Zahnpastablase.

25. Mai [5]

Welttag des Handtuchs. Irgendwo in Brasilien wurde vor kurzem ein Wal in einem Magrovenwald gefunden. Man konnte es verschiedenen Medien entnehmen. Es ist Wahl- und Handtuchtag in Europa. Hinternfort vermutet die Herz aus Gold in der Gegend. Indizien sprechen eindeutig dafür. Können wir Hoffnung schöpfen? Wird Zaphod die Rettung bringen?

19. November [5]

Welttoilettentag der Vereinten Nationen. Ein sehr reicher Mann hat eine Toilette entwickeln lassen, die autark operieren kann. Wir sind da selbsredend ganz hinternfort! Denn Durchtoilettisierung ist und bleibt der Weg zur Glückseligkeit und zum Weltfrieden. Wir wissen das. Auch Jean-Pierre Meunier grüßt mit einer Installation aus dem fernen Australien. Die Toilette als erfinderische Glanzleistung der Menschheit? Dif-tor Heh Smusma, Sciurus vulgaris!

20. August 2015

Tag in drei Jahren, an dem wir hinternfort von unserer Kunst leben können. Flatu verfernmündlichte Lenz und teilte ihm den Entschluss der vergangenen Nacht mit. Da dachte sich Lenz natürlich, dass das genau richtig ist und dass das gefälligst auch so gemacht gehört. Flatu ist mit seiner Leistung sehr zufrieden, setzt sich hin und denkt erstmal scharf nach. Lenz tut es ihm gleich. Beide schweigen eine Weile in ihrer entgrenzten Genialität. Danach sind sie selbstredend und mit Anlauf gespannt auf den Tag in drei Jahren, an dem sie hinternfort von ihrer Kunst leben können.

25. Mai [4]

Welttag des Handtuchs. Zum vierten Mal grüßt Hinternfort alle Erdenbürger an diesem wunderbaren Feiertag (Zur Erinnerung: „Ein Handtuch, sagt man, ist so ziemlich das Nützlichste, das ein Anhalter auf Weltraumreisen bei sich tragen kann. Einmal ist es von großem praktischen Wert …“). Nachdem der Welthandtuchtag letztes Jahr mit dem Vatertag [3] zusammenfiel, und wir die Jahre zuvor bereits über Urban Towel Art [2] und Das Handtuch im Spiegel der Jahrhunderte berichteten, müssen wir uns heute einem weniger heiteren Thema zuwenden: den letzten noch wild lebenden Handtüchern dieser Erde.

Es ist kaum bekannt, dass die ersten Trocknungsutensilien (um 200 v. Chr.) nicht auf den umtriebigen Erfindergeist einiger indischer Gelehrter zurückgehen (wie es allgemeines Lehrbuchwissen immer wieder verbreitet), sondern dass sie vielmehr Auszüchtungen wild lebender Handtücher der Art Mantelum feroculus sind. Diese äußerst scheuen Lebewesen sind heute noch in einer abgelegenen Bergregion im indischen Bundesstaat Mizoram zu finden, ihre Ökologie und Entwicklungsgeschichte ist weitestgehend unerforscht.

Umso erstaunlicher, dass unser kühner Naturfotograf Paul Alfred Müller aus Rinteln (seine weltberühmten Aufnahmen von Pomunculus cariousus und Hyperchoros cyclopshelidans sind uns noch im Gedächtnis) auf einer Indienreise vollkommen überraschend auf eine Subpopulation von Mantelum feroculus stieß. Die Einwohner eines Bergdorfes offenbarten dem charmanten Weltenbummler ihr bestgehütetes Geheimnis: in unmittelbarer Umgebung der Ansiedlung sollte es eine halbwilde Form des Urhandtuchs geben. Und tatsächlich wurde der Abenteurer in einem abgelegenen Gemüsegarten fündig. Dort lag, völlig ungeschützt, ein frisch geschlüpftes Kükentuch, warmgehalten von einem Nest aus lockerem Gras. Ein Sensationsfund! Handtücher legen Eier und zählen offenbar zu den Bodenbrütern! Wer hätte das gedacht?!?

Halbwildes Tuchküken in lockerem Grasnest irgendwo im indischen Bundesstaat Mizoram. Foto mit freundlicher Genehmigung von Paul A. Müller.

So begann eine der erstaunlichsten Wochen im Leben des P. A. Müller. Hinternfort ist es gestattet ein erstes Bild zu veröffentlichen. Den gesamten Reisebericht wird unser unerschrockener Naturbeobachter am 30. Mai, um 20.00 Uhr in der Haarzopfer Kaue in Essen präsentieren. Interessierte sind herzlich eingeladen gegen einen kleinen Unkostenbeitrag dem Vortrag zu lauschen. Es sind weitere ökologische Leckereien angekündigt!

18. Januar – Tage des Lauchs

Notizbuch Mitte…

„[…]Erste Hinweise auf frühe Lauchverehrung finden sich bereits im Umfeld römischer Vulcanuskulte, die Mitte des 1. Jh. n.Chr. von verschiedenen Autoren beschrieben wurden. Die milde Schärfe und die kräftigende Wirkung des Gemüses wurden dem Einfluss des im Hintergrund stehenden Gottes zugeschrieben, seine Eigenschaft in der Suppe nur die zweite aber unabkömmliche Geige zu spielen, gar mit der Stellung des Schmiedegottes im Pantheon gleichgesetzt. Wer diese wirren Gedanken zunächst zu Papier brachte ist unklar, aber[…]

Tage des Lauchs ist eine Adaption römisch, kaiserzeitlicher Texte unbekannter Autoren über Porree und andere Gemüse, deren gesellschaftliche Bedeutung sich auch heute noch in Festen und Feiertagen niederschlägt.