Archiv der Kategorie: Bücherschrankorakel

Besonders schlau in den Bücherschrank geguckt.

Die Welt im Schwein

Das Vietnamesische Hängebauchschwein. Sicherlich eines der besten Schweine der Welt! Es wird den Minischweinen zugerechnet.

Es geht immer chinesischer zu auf der Welt. Daran besteht kein Zweifel. Darum ist es gut zu wissen, dass zwischem dem 5. Februar 2019 und dem 24. Januar 2020 geborene Kinder Mitglieder des Erde-Schwein Sternzeichens sind. Diese zukünftigen Verantwortungsträger sind aufrichtig, friedliebend, geradlinig, vertrauensvoll und ehrlich. Auch werden sie gut mit Geld umgehen können. Schließlich eint sie alle ein tiefes Verlangen nach Wissen und sie sind allgemein gut informiert. Schweine sind Finisher, die einem Projekt den letzten Schliff geben können. Mit allen Hufen fest auf dem Boden leidet das Erdschwein nur selten an unrealistischen Erfahrungen, allerdings nur je wahrscheinlicher die Realität ist. In diesem Sinne kann es das fleißigste Mitglied unter den Schweintypen werden. Zwar ist es nicht übermäßig sozial, aber es eignet sich gut als Arzt, Banker, Wissenschaftler oder Entertainer.

Genau heute vor 40 Jahren war verblüffenderweise das Jahr der Erde-Ziege (vom 28. Januar 1979 bis zum 15. Februar 1980). Die damals Geborenen sind mittlerweile geerdet und stabil (mit einem Hang zur Häuslichkeit), denn sie haben eine gesunde Arbeitsethik und können andere Ziegenmitglieder gut erreichen und integrieren. Das fällt ihnen auch aufgrund ihrer hohen Kreativität und Attraktivität äußerst leicht. Von Erdziegen geht eine besonderer Reiz aus und mit ihnen wird es nie langweilig. Auch lieben sie es, von Komfort und ästhetischer Schönheit umgeben zu sein. Menschen, die unter diesem System geboren sind, können niemals gespeichert werden. Im digitalen Zeitalter eine herausragende Eigenschaft.

Zur lieben Not am Zeitverstreu

Ein Quarzenschwein ließ sich das Abmorsen nicht nehmen und verschickte zum Zeitverstreu eine Bodenpost an den Geigerquäler. Der jedoch befand sich in arger Atomnot, denn sein Firlefant hatte gerade geschnottet. So griff er zum Firlefon und rief völlig vereindruckt die behirnte Teilchenbeschleunigerin an. Die wiederum ergriff die Horschmorschel ohne zu nergeln. Sie verständigte sich mit dem Geigerquäler darauf Radieschenaktiv zu werden, vergaß aber Tulf zu vermüssen. Tulf, der Stauwehrpflichtige, wurde daraufhin brutalitär und begann den Geigerquähler reinzufetzen. Das wiederum begann das Quarzenschwein unheimlich anzuhaaren und es warf sich ebenfalls ins Kampfgestümmel. Ein vorbeiknetternder Krampfadler unterbrach seinen Verziergang und pfiff auf die Astfreundschaft, um auch mal so richtig auszuspacken.
Die Teilchenbeschleunigerin hingegen hatte die ganze Sache total unterscherzt. Dieses unmögliche Abgingeln erinnerte sie an bedrohtes Wohnen. Sie griff erneut zum Firlefon, informierte die Schmutzmacht und verschwand durch die Nagetür.
Als die Schmutzmacht brimbelnd angerückt war „farbimmel farbommel“, fand sie nur noch ein paar ahnungsvolle Mitglieder das Taubenzüchtigervereins und den Firlefant vor. Alle anderen hatten sich aus dem Laub gemacht.
Offensichtlich waren die Verunsacher des Raufgelages noch qeutschfidel. Alles, was die Mannen von der Schmutzmacht noch am Tatort fanden, war eine blutverschmorte Feinrippunterhode.
So begnügten sich die Männer mit Elfmetererschießen.
Die Teilchenbeschleunigerin indes war ja bekanntermaßen entfleucht und lief nun völlig verjabert durch die Außeneinrichtung der dokumentarischen Republik. Glücklichweise traf sie eine Wasserlatte, einen Zehbratfisch und eine Kraulquappe in einer Einbaukirche. Diese drei lustigen nahmen sich ihr pfannendes Schicksal zu Herzen und die Teilchenbeschleunigerin mit auf ihr Tostboot, um sie mit einer befreundeten Freakadelle zu verheiraten.
So endet diese Schweinsfictionsgeschichte und ich schlage das Gesichtsbuch an dieser Stelle zu.
Nächstes Mal wird es um den Suppraum gehen, ein ganz besonderer Ort im Weltaal, in dem es viele Leserkantone, Raumhafer und Raumschilfe, aber auch Schraubüberfälle im Meinzelhandel und mächtige Drüsenjäger gibt.
Sollten sie noch irgendwelche Fragen quälen, schreiben sie doch einfach einen Laserbrief.

Bäumetauchen

In England was finden.

Und bitte in den Wagen bringen.

Die Schuhe zubinden.

Und eine halbe Hecke besingen.

Und wenn man sie in die Enge treibt, dann beißen sie auch mehrfach.

Sind sie geschäftlich hier oder zum Vergnügen?

Halten sie die Spinne in Schach!

Es wird sich schon alles fügen.

Lesen reicht nicht aus …

Die Kraft der Landstraße ist eine andere, ob einer sie geht oder im Aeroplan darüber hinfliegt. So ist auch die Kraft eines Textes eine andere, ob einer ihn liest oder abschreibt. Wer fliegt, sieht nur, wie sich die Straße durch die Landschaft schiebt, ihm rollt sie nach den gleichen Gesetzen ab wie das Terrain, das herum liegt. Nur, wer die Straße geht, erfährt von ihrer Herrschaft und wie aus eben jenem Gelände, das für den Flieger nur die aufgerollte Ebene ist, sie Fernen, Belvederes, Lichtungen, Prospekte mit jeder ihrer Wendungen so herauskommandiert, wie der Ruf des Befehlshabers Soldaten aus einer Front. So kommandiert allein der abgeschriebene Text die Seele dessen, der mit ihm beschäftigt ist, während der bloße Leser die neuen Ansichten seines Inneren nie kennenlernt, wie der Text, jene Straße durch den immer wieder sich verdichtenden inneren Urwald, sie bahnt: weil der Leser der Bewegung seines Ich im freien Luftbereich der Träumerei gehorcht, der Abschreiber sie aber kommandieren lässt. Das chinesische Bücherkopieren war daher die unvergleichliche Bürgschaft literarischer Kultur und die Abschrift ein Schlüssel zu Chinas Rätseln.

Aus: Walter Benjamin, Einbahnstraße.

Lenz trennt Flatu // im Zwiegespräch

Flatu wählt die Nummer von Lenz und teilt ihm mit, dass er bald richtig losgehen wird. Lenz findet das sehr gut und beschließt es ihm gleichzutun. Beide verlassen das Haus und wandern jeweils sehr weit voneinander entfernt in unterschiedliche Richtungen. Flatu trifft Torben Brot, der ihm sogleich weiterhelfen kann, indem er ihn sprechgesanglich enormen Schub verleiht. Lenz begegnet René Brett, der ihm empfiehlt in der Rhythmuserzeugung weiter am Ball zu bleiben. Flatu bedankt sich in mustergültiger Gereimtheit, Lenz ist sich nicht sicher. Er entscheidet sich dafür, nichts zu sagen. Beide wandern weiter.

Der Pfad wird schmaler. Die Bekiesung weicht. Das Randgras wird höher. Ein grüner Tunnel aus Blattwerk liegt vor ihnen. Der Fußweg leuchtet in feinstem Beige. Flatu geht neugierig weiter, Lenz kehrt um. Er hält sich prinzipiell aus Wäldern raus.

Unmögliches verunmöglichen

Da werde ich lieber Staunen, bevor ich das sehe. Und ich stehe aber doch wieder in Bramsche, diesem feinen Örtchen. Thilo P. ist da und schüttelt mir voller Enthusiasmus die Hand.
Robert S. kommt hinzu.
Wir schmücken gemeinsam die Große Straße mit Girlanden. Es soll schließlich ein schöner Abend werden.
René und Ute fehlen.
Haben sich nicht blicken lassen, diese Sauhunde. Was soll’s! Mehr als vier, ist sowieso ein Deppenhaufen. Langsam beginnt es zu dunkeln. Immer mehr Menschen strömen herbei.
Leises Gemurmel.
Nichts von Belang. Später beginnt einer zu singen. Ich wende mich ab und wandere auf die Felder hinaus. Dem Sonnenaufgang entgegen.